Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.

  1. Johannes 1,9

Für gescheiterte Jugendliche setzt er sich ein: Johann Hinrich Wichern. Ein Haus baut er für die jungen Leute: in Hamburg. Denn die Not ist damals im 19. Jahrhundert groß. Wichern möchte helfen, dass die jungen Leute ein normales Leben beginnen können.

Für die Jugendbehörde in Hamburg wird sein Haus zu einer wichtigen Adresse. Ein Ort, wo man sich kümmert. Eine Hilfe für die Schwächsten in der Gesellschaft, denen man ansieht, dass sie von keinem mehr Gutes erwarten.

So steht eines Tages wieder einmal ein Junge bei Wichern – mit dem mitgelieferten Bericht der Behörde. Im Kerzenschein liest Wichern von der Lebensgeschichte. Kurz ist diese Geschichte erst, aber schon steil nach unten gerichtet: einerseits voll von Missetaten – durch den Jungen – und andererseits voll von Misshandlungen – durch die Umgebung des Jungen.

Wichern sieht den Jungen an. Und sagt: „Hier darfst du ganz neu anfangen; denn auch für dich ist Jesus gestorben und auch auferstanden.“ Dann hält er den Bericht der Jugendbehörde in die Kerzenflamme und lässt ihn verbrennen. Denn er will dem Jungen zeigen und sagen, dass auch menschliche Schuld – auch das, was der Junge schon falsch gemacht hat – genauso in der Liebe Jesu verbrennen kann wie dieses Papier. Man muss Jesus nur darum bitten. Weiter empfiehlt Wichern dem Jungen, anderen nichts von seiner Vergangenheit zu erzählen. Weil den Jungen dann keiner auf das, was gewesen ist, festnageln kann. „Hier wirst du mit Gottes Hilfe ein neuer Mensch werden“, sagt Wichern.

Manches kann uns daran hindern, hier bei Gott unsere Hilfe zu suchen. Manches ist in der Lage, uns zu bremsen. Manches hat die Kraft, uns davon abzuhalten. Aber wenn etwas unsere Haltung ändern soll – und kann –, dann doch nur eine Botschaft, bei der wir uns total angenommen fühlen; bei der wir uns – wie auch bei denen, die die Botschaft überbringen –, in guten Händen wissen. Enthält nicht das, wie Wichern sich gegenüber dem Jungen verhält und was er versucht weiterzugeben, eine Mut machende Botschaft für alle, die auch heute gern Frieden mit Gott hätten und nur nicht wissen, dass Gott seinen Teil längst daran getan hat? Die Botschaft gilt auch Christen, die ein schlechtes Gewissen haben, weil ihnen Fehler unterlaufen sind. Allen gilt, dass die Schuld längst bezahlt ist; nur kommen muss man und sie vor Gott eingestehen.

Dann bleibt von unserer Schuld genauso wenig übrig wie von dem Bericht der Hamburger Jugendbehörde, den Wichern verbrennen lässt.

 

Edzard van der Laan 

Die Losung des Tages:

Anmeldung

JSN Gruve template designed by JoomlaShine.com
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok